20.5.18


„Frau Müller, wie viel Mut gehört dazu, Inhalte zum Kinderschutz zu posten oder zu retweeten? Keine polemische, sondern ernste Frage! Wie tabuisiert ist dieses Thema noch? Gibt es eine Scheu, sich damit zu exponieren?“

„Mut? Ich denke nicht, dass es hier um Mut geht. Verdrängung. Das Thema drängt ja jeden Einzelnen, der/die sich damit beschäftigt dazu, sich mit der eigenen Biografie, inneren Haltungen, den eigenen Narben, mit dem Menschenbild, dem eigenen Bild von Kindern, dem Eltern sein und ja, auch mit der eigenen Sexualität auseinanderzusetzen. Man drängt es weg, weil es einem auf zu vielen Ebenen zu nahe kommt. Wenn man sich auf das Thema einlässt, dann kann man nicht mehr zurück und viele wohlige Glaubenssätze, innere Bilder und die eigene Psyche stützende Annahmen, etc. krachen zusammen. Und dann wird man irgendwann vor der ganz konkreten Frage stehen, wie man sich jetzt verhält. Ganz schön unbequem alles. Als Bereicherung empfinden dies die wenigsten. Wenn man sich mit der Not von Kindern beschäftigt und sich drauf einlässt, wohin das einem führt, dann ist das so, als würde man den Stöpsel aus einem riesigen Staudamm ziehen. Sprengkraft hoch zehn. Darum kommt es der Gesellschaft insgesamt nicht ungelegen, dass so viele lieber schweigen, wegsehen, tabuisieren.

Was hilft? Schritt für Schritt. Laut, kreativ, ansteckend. Wieder und wieder.“

13.5.18


Muttertag

Gebt mir Arbeit, Wohnung, Essen, medizinische Versorgung. Und meinen Kindern Bildung, Teilhabe, Chancen, Zukunft.

Dann, vielleicht dann, kann ich eure Blümelchens an diesem Tag auch ohne Brechreiz goutieren.


11.5.18


 The real problem with "treatment" for rapists is that they like what they do. The motive for sexual assault is sexual assault. 
Andrew Vachss 

Eine wesentliche Grundlage für Therapie ist das aus dem Leidensdruck entstandene Begehren nach einer Veränderung des eigenen Denkens und Tuns. Daraus entsteht der Auftrag für den Therapeuten für die gemeinsame Arbeit. Unmöglich wird das, wenn weder ein Leidensdruck vorhanden, noch ein Wunsch nach Veränderung beim Gegenüber vorhanden ist. Dann gibt es keinen Auftrag und aufgezwungene Therapie läuft damit ins Leere.

8.5.18


„8. Mai. War da nicht was?“

„Ein Krieg wurde beendet.“

„Danach kamen doch noch so viele, viele andere.“

„Stimmt, eigentlich kein Grund zum Feiern.“


Wenn sich nicht endlich jemand
traut den Frieden zu beginnen,
werden Kriege niemals aufhören.


7.5.18


Schlagzeile: "Unionsfraktionschefs fordern Wertekunde-Unterricht für Flüchtlingskinder." ... Habe ich kein Problem mit, wenn dies in Menschenrechtslehre für alle Kinder und Erwachsene, die in Deutschland leben, umbenannt und entsprechend inhaltlich gestaltet würde. Sagen wir, in einem Rhythmus von 5 Jahren muss jede/jeder verpflichtend, lebenslang an einem kreativen Workshop dazu teilnehmen. Aktive Politiker vielleicht eher in kürzeren Abständen mit jeweiliger Abschlussprüfung und der Auflage, konkrete Umsetzungsversuche dazwischen verbindlich nachzuweisen. Zwei, drei Generationen sollten wir das mindestens beibehalten.

23.4.18


Was mich nervt: Jetzt gehen alle wieder mit ihrer scheinheiligen Betroffenheit hausieren: „Oh gottohgott, Antisemitismus! In unserem Lande. Der Islam, der Islam!“ *heulzürnjammerkreisch

Wo habt ihr eigentlich gelebt in den letzten 60 Jahren? Antisemitismus gab es hier solange ich mich erinnern kann. Mal mehr, oder mal weniger offen. Ich erinnere mich sehr gut daran, dass ich als 12/13 Jährige keine Freundschaft schließen durfte mit dem Mädchen aus dem neunten Stock, weil ihre Familie jüdischen Glaubens war und meine Pflegemutter darob hysterische Anfälle markierte.

Und weil wir gerade dabei sind: Als junges Mädel unterwegs habe ich ganz schnell gelernt mich vor Männern in Gruppen fern zu halten und knutschen mit der Liebsten später nur an geschützten Orten. Und meine Freunde hatte einen wahnsinnigen Stress mit ihren langen Haaren, wurden angebrüllt und angespuckt. Mit einer Kippa, einem Schleier oder mit Turban, mit gleichgeschlechtlicher Freundin oder dem Freund offen unterwegs zu sein, war ein ebensolcher Hindernislauf. Mit Ausländern, Gastarbeitern, gar Flüchtlingen hatte dies jedoch nichts, aber auch gar nichts zu tun. Das waren hausgemachte Schweinereien und tief verwurzelte Antipathien, Rassismen, die jetzt nur wieder in voller Blüte stehen, gedüngt auch durch eure verbitterte Verlogenheit damals schon.  

Also, spart euch eure Heuchelei und setzt euch endlich mit eurer eigenen Geschichte auseinander und übernehmt Verantwortung für die jetzigen Zustände. 

*Anmerkung
“Euch“? Na, die jetzigen Rumheuler und die, die sich angesprochen fühlen könnten.

22.4.18


Das, Herr Seehofer, geht auf Ihr Konto und auf das Ihrer Mitläufer und Konsorten.

"Brandstifter" habe ich Sie früher genannt, heute nenne ich Sie Täter.

Nur eines von vielen Beispielen: Beispiel